Nunmehr sechs Jahre nach der globalen Finanzkrise ist die Weltwirtschaft immer noch nicht zu robustem Wachstum zurückgekehrt. 2015 wird sie nur um rund drei Prozent gewachsen sein. Konjunkturell war das Jahr 2015 geprägt von einer Schwäche der Schwellenländer, insbesondere auch in China. Dagegen gab es ordentliches Wachstum in den Industrieländern, vor allem den USA und Großbritannien. Der Euroraum konnte um solide anderthalb Prozent zulegen – befördert vom schwächeren Euro und billigeren Öl.

Die weltwirtschaftliche Entwicklung spiegelt sich in den Zahlen der deutschen Elektroindustrie wider. So wuchs die preisbereinigte Produktion in den ersten drei Quartalen 2015 lediglich um 0,6 Prozent gegenüber Vorjahr. Der Umsatz stieg um deutlichere 3,6 Prozent auf 130,8 Mrd. Euro. Die Exporte erhöhten sich um 7,2 Prozent. Dabei nahmen die Ausfuhren in die Industrieländer stärker zu als in die Schwellenländer. Nicht zuletzt begünstigt durch den Wechselkurs zogen die Elektroexporte in die USA um 17,9 Prozent an. Der Euroraum nahm um 5,6 Prozent höhere Ausfuhren ab. Die Branchenexporte nach China übertrafen ihr Vorjahresniveau nur noch um 1,6 Prozent. Die Ausfuhren nach Brasilien und Russland waren stark rückläufig.

Was 2016 anbelangt, so dürfte der globale Aufschwung weiter auf sich warten lassen. Der IWF geht von einer Zunahme der Weltwirtschaftsleistung um gut dreieinhalb Prozent aus. In den zehn Jahren vor der Finanzkrise waren es regelmäßig mehr als vier Prozent. Einer ZVEI-Konjunkturumfrage von November 2015 zufolge erwartet mehr als die Hälfte der Elektrounternehmen 2016 ein Erlöswachstum von null bis zwei Prozent, knapp zwei Fünftel haben höhere Erwartungen, rund ein Zehntel geringere.

(weitere Informationen auf zvei.org)

Dr. Andreas Gontermann (Leiter Abteilung Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte)